STAATSSCHUTZ
(Start: 27.08.)
D 2026 | Regie: Faraz Shariat | 113 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak
Als Seyo ihre neue Stelle als Staatsanwältin antritt, weiß sie bereits, dass rechte Gewalt zu ihrem Arbeitsalltag gehören wird. Doch als sie selbst Opfer eines Anschlags wird, muss sie feststellen, dass die Unabhängigkeit der Justiz sehr brüchig sein kann, wenn Rassismus längst im System verwurzelt ist. Tiefer und tiefer gräbt sie sich durch die Fehlbarkeiten ihrer eigenen Behörde und kämpft mit allen Mitteln für Gerechtigkeit – sowohl vor als auch außerhalb des Gerichts.
Regisseur Faraz Shariat legt einen Film vor, der an Dringlichkeit und Wucht seinesgleichen sucht. Aufrüttelnd und wütend, aber nie ohne Hoffnung, untersucht er die Frage, wie sich ein korrumpiertes System auch von innen heraus verändern lässt.
Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis der Berlinale.
OH LA LA 2 – Neue Tests, Neues Chaos
(Start: 27.08.)
F 2026 | Regie: Julien Hervé | 92 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Christian Clavier, Didier Bourdon, Sylvie Testud, Marianne Denicourt
Damit haben die beiden Sturköpfe nicht gerechnet: Ihre DNA-Tests waren fehlerhaft! Jetzt wird nicht nur die deutsche Abstammung des französischen Autohändlers Gerard in Frage gestellt, sondern auch der cholerische Weingutbesitzer Frederic, der sich gerade erst mit seinen indigenen Wurzeln angefreundet hat, verliert seinen kompletten französischen Stammbaum und ist ein waschechter Türke.
Nach dem großen Publikumserfolg von Teil 1 sorgt Christian Clavier, der Star aus der MONSIEUR CLAUDE-Reihe, erneut für ein herrlich freches Kinovergnügen voller überraschender Wendungen und politisch-inkorrekter Witze. Der turbulente Schlagabtausch mit jeder Menge kultureller Missverständnisse lässt dabei ausdrücklich kein Fettnäpfchen aus.
DER HEIMATLOSE
(Start: 27.08.)
D 2026 | Regie: Kai Stänicke | 123 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Paul Boche, Emilia Schüle, Philip Froissant
Nach 14 Jahren auf dem Festland kehrt Hein in seine Heimat zurück – das einzige Dorf auf einer abgelegenen Nordseeinsel. Zu seiner Überraschung erkennt ihn die eingeschworene Dorfgemeinschaft nicht wieder. Sogar sein Kindheitsfreund Friedemann distanziert sich von ihm, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, rufen die Bewohner*innen ein Dorfgericht ins Leben. Doch im Verlauf des Prozesses mehren sich die Ungereimtheiten. Heins Erinnerungen an seine Jugend unterscheiden sich grundlegend von denen der geladenen Zeug*innen. Mit jedem Verhandlungstag verschlechtert sich die Stimmung im Dorf, aus Verdächtigungen wird offene Feindseligkeit. Alle sind überzeugt, dass Hein ein Betrüger ist. In seiner Angst, alles zu verlieren, begibt sich Hein verzweifelt auf die Suche nach Beweisen, die seine Erinnerungen bestätigen – bis er erkennt, was er lange nicht sehen wollte.
WHERE THE WAVES TOOK HER
(Start: 03.09.)
Premiere am Montag, 31.08., 19:00 Uhr, Gloria in Kooperation mit Seebrücke Heidelberg
Filmgespräch mit Gästen
D 2026 | Regie: Jana Stallein | 83 Min. | FSK 12
Dokumentarfilm
Die Flucht über das Mittelmeer nach Europa ist für viele Menschen oft die letzte Hoffnung, Krieg, Verfolgung und Hunger zu entkommen. Da zunehmend auch Frauen und Kinder gezwungen sind, eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt anzutreten, gehört eine Hebamme mittlerweile zur festen Besatzung eines Seenotrettungsschiffes. Der Film begleitet die erste Rettungsmission der Berliner Hebamme Anne-Katrin.
Ihre Reise wird parallel zur Fluchtgeschichte der Frauen erzählt. Während wir mit Anne-Katrin das starke, weibliche Versorgungsteam an Bord kennenlernen und mit ihnen auf den Ernstfall vorbereitet werden, erzählen die geflüchteten Frauen auf einer besonders gestalteten visuellen Ebene aus Langzeitbelichtungen und in einem mit Wasser gefüllten Studio über das Leid, was die Flucht nach Europa für sie mit sich gebracht hat. Die Langzeitbelichtungen schaffen verwischte, poetische Bilder, die nicht nur zur Anonymisierung und zum Schutz dienen, sondern gleichzeitig auch die emotionale Brisanz der Situation auf eine neue Art und Weise vermitteln. Auf dem Schiff treffen die Welten der Frauen und der Crew dann für einen kurzen Moment aufeinander, bevor die Frauen in Italien ankommen und eine weitere Reise ins Ungewisse startet.
VATERLAND
(Start: 03.09.)
F/PL/I/D 2026 | Regie: Pawel Pawlikowski | 82 Min. | FSK 0
Darsteller*innen: Hanns Zischler, Sandra Hüller, u.v.a.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begeben sich Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter, die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin Erika (Sandra Hüller), auf eine Reise durch ein Deutschland in Trümmern – von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Zum Goethe-Jubiläum wünscht man sich auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung vom größten aller Erzähler. Zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch versierten Generälen wird Deutschlands wichtigster Schriftsteller hofiert und manchmal auch beschimpft, während das Drama seiner eigenen Familie leise eskaliert. Es ist das erste Mal seit dem Krieg, dass Thomas Mann in sein Heimatland zurückkehrt, aus dem er einst ins Exil geflohen war. Eine Reise in die verwundete deutsche Seele, die heilen soll – sie wird für Erika und den Zauberer, wie seine Kinder Thomas Mann oft nannten, zu einer Reise ins Innerste.
Nach dem Oscar-prämierten IDA und dem vielfach ausgezeichneten Drama COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE (Beste Regie in Cannes, fünf Europäische Filmpreise, darunter für den Besten Film) erzählt Paweł Pawlikowski in überragenden Kinobildern eine große deutsche Familiengeschichte im Tumult der Nachkriegszeit. Mit zarter Unerbittlichkeit überblendet VATERLAND den Nullpunkt der deutschen Geschichte mit dem Finale einer Familiensaga. Eine intensive filmische Erfahrung, getragen von einem überragenden Ensemble.
THAT'S WHY THE LADY IS A CHAMP
(Start: 03.09.)
USA 2025 | Regie: David Michôd | 135 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Sydney Sweeney, Ben Forster, ...
Ende der 1980er startet Christy (Sydney Sweeney) ihre Karriere als Boxerin. Schnell erregt die junge Frau in dieser männerdominierten Welt Aufsehen. Als der erfahrene Trainer und Manager Jim Martin sie unter seine Fittiche nimmt, steigt sie zur Knockout-Königin auf, die bald große Arenen füllt. Auch privat werden die beiden ein Paar. Doch hinter den Kulissen entwickelt sich ihre Beziehung zu einem wahren Albtraum. Jim kontrolliert jeden ihrer Schritte und finanziert seinen extravaganten Lebensstil mit ihren Preisgeldern. Während Christy im Boxsport als Champion triumphiert, ringt sie abseits des Rampenlichts verzweifelt um Selbstbestimmung. Um sich aus dieser Spirale der Gewalt und Manipulation zu befreien, muss sie sich dem härtesten Kampf ihres Lebens stellen…
WER WEISS SCHON WAS EIN LEBEN IST
(Start: 03.09.)
D 2026 | Regie: Annelie Boroș, Vera Brückner | 95 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Katharina Stark, Dominique Devenport, Enno Trebs, Merlin Rose, Florian Lukas
Zum 150. Geburtstag der Malerin Paula Modersohn-Becker
Paula Modersohn-Becker zählt heute zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne – zu Lebzeiten verkaufte sie dagegen kaum ein Bild. Anlässlich ihres 150. Geburtstags begibt sich eine junge Schauspielerin (gespielt von Katharina Stark) auf die Spur einer außergewöhnlichen Frau. Zwischen Worpswede und Paris nähert sie sich Leben, Werk und Denken Paula Modersohn-Beckers an. Je tiefer sie in deren Welt eintaucht, desto mehr wird die Suche auch zu einer Begegnung mit sich selbst. So entsteht ein poetischer Film über künstlerische Freiheit, weibliche Selbstbestimmung und die zeitlose Frage: Wer weiß schon, was ein Leben ist?
ALBRECHT WEINBERG - Es ist immer in meinem Kopf
(Start: 03.09.)
D 2026 | Regie: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel | 90 Min. | FSK tba
Dokumentarfilm
Albrecht Weinberg überlebt den Holocaust. Sechzig Jahre nach dem Exil in Amerika kehrt er in seine alte Heimat Ostfriesland zurück. Nicht, weil er Deutschland noch einmal sehen will, sondern weil er fast blind ist und auf Hilfe angewiesen ist. In Leer kommt er am vermeintlichen Ende seines Lebens an — und findet dort etwas, womit niemand mehr gerechnet hat: einen Neubeginn an der Seite von Gerda Dänekas, einst seine Pflegerin, nun seine Freundin und Mitbewohnerin. Zusammen sind sie die älteste WG Deutschlands.
Und Albrecht beginnt zu erzählen: von seinem Leben, von „Mama“ und „Papa“, von dem, was bleibt, wenn alles verloren ging. Der Zuschauer erlebt, wie Schüler neben dem alten Mann im Rollstuhl hinknien und in Tränen ausbrechen, weil die Wucht seiner Geschichte kaum auszuhalten ist. Albrecht trägt das Grauen in seinem Kopf und im Herzen ein kindliches Vertrauen gegenüber den Menschen, die ihm begegnen. Zugewandt, liebevoll, immer neugierig und offen.
Selbst ein ehemaliger Wehrmachtssoldat, der ihm begegnet, kann daran nichts ändern. Albrecht weint, er lacht, er fährt mit dem Leeraner Bürgermeister Karussell und erinnert sich an jedes Detail einer Vergangenheit, die nicht vergehen darf. Bis zuletzt bleibt seine größte Angst das Vergessen.
Albrecht Weinberg starb am 12. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren. Er hinterlässt Hunderte Freunde und Weggefährten sowie seine beste Freundin Gerda, die nun nicht mehr mit Albrecht, aber mit seinem Film durch Deutschland reist – gegen das Vergessen.
HIRTEN
(Start: 10.09.)
CDN/F 2024 | Regie: Sophie Deraspe | 113 Min. | FSK tba
Darsteller*innen: Félix-Antoine Duval, Solène Rigot, Guilaine Londez, Michel Benizri, David Ayala, Véronique Ruggia Sa
Werbetexter Mathyas reicht es. Nach einem stressbedingten Zusammenbruch lässt er Montréal und seine Karriere hinter sich. Er findet sich in der Provence wieder und sieht ein Leben nah an der Natur, weit weg von Deadlines und Slogans. Er will Schäfer werden. Dass er davon keine Ahnung hat, stört ihn weniger als die Schafe.
Die Realität der Hirtenwelt ist jedoch alles andere als romantisches Idyll: Wölfe, Stürme, die stumme Skepsis der einheimischen Bauern lassen Mathyas schnell an sich zweifeln. Als er Élise begegnet, einer Verwaltungsbeamtin, die kurzerhand ihren Job hinwirft, nimmt sein Abenteuer eine neue Richtung: Gemeinsam wagen sie das Unwahrscheinliche – einen ganzen Sommer mit einer Herde von 827 Schafen hoch in den Provenzalischen Alpen, auf sich allein gestellt…
FRÜHSTÜCK BEI AUDREY
(Start: 10.09.)
F 2025 | Regie: Sophie Beaulieu | 80 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Vincent Macaigne, Zoé Marchal, Cécile de France
Eine geistreiche Liebeskomödie am Puls der Zeit: frech, pointiert und überaus witzig.
KITKATCLUB: Kinks of Berlin
(Start: 10.09.)
D 2025 | Regie: Philipp Fussenegger | 100 Min. | FSK 18
Dokumentarfilm
Der Dokumentarfilm taucht ein in die geheimnisvolle Welt eines der ikonischsten Clubs weltweit – und begleitet ganz unterschiedliche Menschen durch ihre Berliner Nächte. Wir erleben Tim alias Raven Van Krueger, wie er als Drag-Künstler durchstarten will. Elisa entdeckt mit ihren Freund*innen eine neue Sexualität, ein BDSM-Pärchen liebt öffentlich, ein Dog-Play-Duo lebt Stabilität und Exzess. David versucht, sich aus der Sucht zurückzukämpfen und Clubgründer Simon scheint wie aus der Zeit gefallen – so wie viele, die einst das Fundament des legendären KitKatClubs legten. Performances, Kämpfe um Konsens, zarte Gespräche mit Vätern, Begegnungen zwischen Körpern und Seelen: Eine cineastische Erfahrung über Freiheit, Nähe, Identität, Sex und das Verlernen von Scham – ungeschönt und poetisch zugleich.