MittDOKs Delikatesse am 2.9. um 19 Uhr

mit anschließendem Regiegespräch mit Michael Kalb

 

Die Brüder Günther und Heinz Barisch sind sich oft nicht einer Meinung. Doch wenn es um ihre Heimat geht, leuchten beider Augen gleichermaßen. Das kleine Städtchen Zülz heißt heute Biała und gehört seit Ende des Zweiten Weltkrieges zu Polen. Für Heinz und Günther ist es jedoch der beschauliche oberschlesische Ort geblieben, welchen sie vor knapp 75 Jahren verlassen mussten.

Die Filmemacher Michael Kalb und Timian Hopf begleiten die beiden Senioren auf eine Reise in die Vergangenheit und besuchen mit ihnen die Orte ihrer Kindheit. Doch was passiert, wenn mit den Menschen auch die Erinnerungen an damals sterben? Neben den Gebrüdern Barisch interviewte Kalb 35 weitere Zeitzeugen, die noch aus eigener Erfahrung von der Zeit zwischen 1920 und 1950 berichten können.

Wie ein Mosaik aus Erinnerungen soll „Die letzten Zeitzeugen“ die Grausamkeit und Widersprüche des “Dritten Reiches”, das Chaos nach Kriegsende aber auch den Alltag und manche Lichtblicke dieser Zeit greifbar machen. Mit dem Wissen um die Hintergründe dieser unmenschlichen Zeit erzeugt gerade die Unreflektiertheit mancher Zeitzeugen ein noch größeres Unbehagen. Ohne auf konkrete gegenwärtige Ereignisse zu verweisen, wird klar, dass das damalige Geschehen heute brisanter und aktueller erscheint denn je.

Gewinner des Augsburger Medienpreis 2020 (Kategorie Haltung, Perspektive)

Die letzten Zeitzeugen im Monopol Kino